{"id":175,"date":"2011-06-27T08:00:49","date_gmt":"2011-06-27T08:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.carstensomogyi.dbc.at\/?p=175"},"modified":"2011-03-10T21:22:48","modified_gmt":"2011-03-10T21:22:48","slug":"die-botschaft-an-garcia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.carstensomogyi.de\/?p=175","title":{"rendered":"Die Botschaft an Garcia"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-740\" title=\"Die Nachricht an Garcia\" src=\"https:\/\/blog.carstensomogyi.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Fotolia_444324_XS5-300x300.jpg\" alt=\"Bild: die Nachricht an Garcia\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.carstensomogyi.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Fotolia_444324_XS5-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.carstensomogyi.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Fotolia_444324_XS5-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.carstensomogyi.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Fotolia_444324_XS5.jpg 346w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>\u00a0W\u00e4hrend des Spanischen-Amerikanischen Krieges, im Jahre 1898, wurde auf der Insel Kuba einer der Gener\u00e4le der Vereinigten Staaten, Garcia, mit seinen Truppen umzingelt. Garcia war gezwungen, in den Tiefen des Dschungels unterzutauchen. Kein Mensch kannte den Ort. Garcia hatte keinerlei Verbindung mit der Au\u00dfenwelt. Kein Brief, kein Telegramm konnte ihn erreichen. Aber der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten, McKinley, musste unter allen Umst\u00e4nden mit ihm Verbindung bekommen, und zwar rasch, damit Friedensverhandlungen gef\u00fchrt werden konnten.<br \/>\nWas tun?<\/p>\n<p>Einer der Mitarbeiter des Pr\u00e4sidenten wusste Rat: \u201eIch kenne einen Mann, der Garcia finden wird. Sein Name ist Rowan.\u201c<br \/>\nDer Pr\u00e4sident lie\u00df den gewissen Rowan kommen, \u00fcberreichte ihm einen Brief mit den Worten: \u201e\u00dcbergeben Sie dieses Schreiben General Garcia und bringen Sie mir seine Antwort zur\u00fcck.\u201c Rowan erwiderte: \u201eJa, Herr Pr\u00e4sident, wird gemacht!\u201c<br \/>\nWie Rowan des Schreiben in \u00d6lseide eingeschwei\u00dft und sich auf die Brust band, wie er nach vier Tagen bei Nacht und Nebel in einem offenem Boot an der kubanischen K\u00fcste landete und im Dschungel verschwand, wie er nach dreiw\u00f6chigen Fu\u00dfmarsch durch Feindesland die Aufgabe erf\u00fcllte, die Botschaft \u00fcberbrachte\u2026 das sind Dinge, auf die wir hier im einzelnen nicht einzugehen brauchten.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr uns ist, was Rowan, als er den Brief in Empfang nahm, sagte: \u201eJa Herr Pr\u00e4sident wird gemacht!\u201c Das war alles. Er stellt keine dummen Fragen: Wo ist Garcia? Wie komme ich auf die Insel? Soll ich ein Boot mieten oder eins kaufen? Wie muss ich vorgehen, wenn man einen Mann im Dschungel sucht und dieser darauf achtet, dass niemand wei\u00df, wo er ist? Wie komme ich durch die feindlichen Linien, ohne dass ich erwischt werde? Woher bekomme ich das Geld, um die Reise zu bezahlen? McKinley stellte Rowan eine Aufgabe und \u00fcberlie\u00df es ihm, Antworten auf alle auftauchenden Fragen zu finden, da er genau wusste, dass er unm\u00f6glich alle Situationen voraussehen konnte, denen Rowan begegnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Diese Geschichte, die selbstverst\u00e4ndlich und wenige au\u00dferordentlich erscheinen mag, wurde im M\u00e4rz 1899 zusammen mit dem nachfolgenden Kommentar im \u201ePhilistine Magazin\u201c publiziert. Der Aufsatz ist seither in fast allen Sprachen der Welt \u00fcbersetzt worden. \u00dcber vierzig Millionen Exemplare der \u201eBotschaft an Garcia\u201c sind bis heute gedruckt worden.<br \/>\nAber lassen wir den Verfasser des Artikels im \u201ePhilistine Magazin\u201c zu Wort kommen:<br \/>\nIn dieser ganzen Kuba- Angelegenheit gibt es einen Mann, der am Horizont meines Ged\u00e4chtnisses steht wie Mars in Perihelion.<\/p>\n<p>Wahrhaftig, das Bild dieses Mannes sollte in Stein gehauen, in Bronze gegossen und als Denkmal aufgestellt werden in jeder Universit\u00e4t, in jeder Lehrst\u00e4tte des Landes. Nicht B\u00fccherweisheit brauchen unsere jungen Leute, nicht Unterweisung in allen m\u00f6glichen Schulf\u00e4chern. Was ihnen nottut, ist Stahl im R\u00fcckgrat, ist Mark in den Knochen, ist jene Charakterst\u00e4rke, die sie ihrer Aufgabe treu sein l\u00e4sst, die sie f\u00e4hig macht, ihre Kr\u00e4fte zu konzentrieren, zu handeln, an eine Sache heranzugehen\u2026 die Botschaft Garcia zu bringen!<\/p>\n<p>Wer sich heute bem\u00fcht, irgendein Unternehmen durchzuf\u00fchren, und wer dazu viele H\u00e4nde ben\u00f6tigt, die Arbeit der H\u00e4nde anderer, der wird sich immer und immer wieder entsetzen \u00fcber den Stumpfsinn des Durchschnittsmannes, \u00fcber die Unf\u00e4higkeit oder Unwilligkeit, sich auf etwas zu konzentrieren und es zu Ende zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Str\u00e4fliche Gleichg\u00fcltigkeit, Schlamperei, Unachtsamkeit und halbe Arbeit sind an der Tagesordnung, und das Unternehmen ist zum Scheitern verurteilt, wenn nicht der Patron seine Angestellten mit List und Gewalt, mit Drohung und Bestechung dazu bringt, etwas zu leisten; es sei denn, die G\u00f6tter h\u00e4tten freundlicherweise ein Wunder vollbracht und ihm einen Engel zu Hilfe geschickt.<br \/>\nWollen Sie es auf einen Versuch ankommen lassen?<br \/>\nSie sitzen an Ihrem Schreibtisch, sechs B\u00fcrogehilfen in Rufweite. Sie lassen den n\u00e4chsten kommen und sagen zu ihm: \u201eBitte, sehen Sie doch im Lexikon nach und machen Sie mir einen kurzen Auszug \u00fcber das Leben Correggions.\u201c<\/p>\n<p>Wird Ihr Mann ruhig mit \u201eJawohl, \u201c antworten und sich hinter die Aufgabe setzten? Nie im Leben! Aus tr\u00fcben Augen wird er glotzen und Ihnen unfehlbar eine oder mehrere der folgenden Fragen stellen: Wer ist das, Correggio? \u2013 Wo ist das Lexikon? &#8211; Welches Lexikon? \u2013 Hat man mich dazu angestellt? \u2013 Meinen Sie nicht etwa Bismarck? \u2013 Warum kann dass nicht Egon tun? \u2013 Soll ich Ihnen nicht lieber das Lexikon bringen, damit Sie gleich selbst nachsehen k\u00f6nnen? \u2013 Wozu brauchen Sie das?<br \/>\nUnd m\u00f6gen Sie ihm auch all seine Fragen geduldig beantworten und ihm genau erkl\u00e4ren, wie er die Auskunft am besten findet und wozu Sie sie brauchen, so wette ich mit Ihnen dennoch eins zu zehn, dass er von Ihnen weg schnurstracks zum n\u00e4chsten Kollegen laufen wird, damit der ihm hilft, Correggio zu suchen. Und schlie\u00dflich wird er zur\u00fcckkommen und Ihnen mitteilen, dass der Mann nicht existiert.<br \/>\nHabe ich die Wette verloren?<\/p>\n<p>Und wenn Sie klug sind, werden Sie nun Ihrem \u201eAssistenten\u201c gar nicht erst begreiflich machen, dass Correggio im Lexikon eben unter \u201eC\u201c aufgef\u00fchrt ist und nicht unter \u201eK\u201c. Sie werden im Gegenteil mild l\u00e4cheln und sagen: \u201eSchon in Ordnung.\u201c Und dann werden Sie hingehen und selbst nachsehen.<br \/>\nDiese Unf\u00e4higkeit zu selbst\u00e4ndigen Handeln, dieses moralische Stumpfheit, diese Verk\u00fcmmerung jeglichen Willens, dieses Nicht-zupackens-wollen sind es, die kooperative Zusammenarbeit in so ferne Zukunft r\u00fccken. Menschen, die nicht einmal f\u00fcr sich selbst handeln wollen, wie k\u00f6nnten sie f\u00fcr andere handeln? Was werden sie dann tun, wenn sie Fr\u00fcchte ihrer Arbeit allen zugute kommen sollen?<br \/>\nOhne den Aufseher mit dem Kn\u00fcppel wird es wahrscheinlich nicht gehen. Wie viele Arbeiter h\u00e4lt doch schon heute nur die Angst vor der K\u00fcndigung einigerma\u00dfen in Schranken. \u2013 Suche eine Stenographen, und neun von zehn Bewerbern kennen weder Orthographie noch Satzzeichenlehre\u2026 und finden das auch gar nicht wichtig. Wie k\u00f6nnten solche Leute Garcia einen Brief bringen?<\/p>\n<p>In jedem Gesch\u00e4ft, in jedem Betrieb, in jeder Fabrik ist ein st\u00e4ndiger S\u00e4uberungsprozess im Gange. Andauernd werden Leute entlassen, die von ihrer Unf\u00e4higkeit, die Interessen der Firmen zu f\u00f6rdern, Zeugnisse abgelegt haben. Und andauernd werden Leute eingestellt. So gut die Zeiten auch sein m\u00f6gen, dieser S\u00e4uberungsprozess geht ohne Unterlass weiter. Und wenn die Zeiten schlecht sind und die Arbeit knapp, dann wird eben strenger gesiebt.- Weg mit den Nichtrauchern! \u2013 Fort mit den Untauglichen! Der T\u00fcchtige allein \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Denn in seinem ureigensten Interesse beh\u00e4lt de Arbeitgeber die Besten, beh\u00e4lt er jene, die er mit einer Botschaft zu Garcia senden k\u00f6nnte.<br \/>\nSeine Liebe und Achtung geh\u00f6rt jenen, die ihre Arbeit tun, ob der Chef in der N\u00e4he ist oder nicht, geh\u00f6rt jenen, die ein Schreiben an Garcia still nehmen, ohne dumme Fragerei, ohne die geheime Absicht, den Brief in den n\u00e4chsten Rinnstein zu werfen oder wei\u00df Gott was damit anzufangen, um ihn nur nicht abliefern zu m\u00fcssen. Einem solchen Mann wird weder gek\u00fcndigt, noch braucht er um ein h\u00f6heres Gehalt zu feilschen oder gar zu streiken.<br \/>\nWas fordert, wird ihm gew\u00e4hrt. Man bedarf seiner in jedem Land, in jeder Stadt, in jedem Dorf- in jedem B\u00fcro, in L\u00e4den, Gesch\u00e4ften und Fabriken. Die Welt ist auf der Suche nach ihm; sie ruft nach ihm: Er wird gebraucht, dringendst gebraucht \u2013 er, der Mann, der Garcia die Botschaft bringt!<\/p>\n<p>Wer Au\u00dferordentliches erreichen will, muss auch heute noch den Weg in den \u201eDschungel von Kuba\u201c unter die F\u00fc\u00dfe nehmen, muss bereit sein, alle Schwierigkeiten, Widerw\u00e4rtigkeiten, R\u00fcckschl\u00e4gen zu Trotz, seinen Auftrag auszuf\u00fchren, seine Mission zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\">Meine Fragen an Sie:<\/span><\/h2>\n<p>Hat Ihnen der Artikel gefallen?<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Sie diesen Inhalt f\u00fcr und in Ihr eigenes Leben integrieren?<\/p>\n<p>Welche Menschen fallen Ihnen ein, denen\u00a0Sie weiterhelfen m\u00f6chten?<\/p>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\">Meine Bitte an Sie:<\/span><\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00fcrde es mich freuen, wenn Sie diesen Artikel Ihren Freunden, Kollegen und Bekannten weiterempfehlen w\u00fcrden. \u00a0<\/p>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\">Mein Dank an Sie:<\/span><\/h2>\n<p>Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihr Interesse und Ihre Leser\u00a0&#8211; Treue! \u00a0<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal &#8230;<\/p>\n<p>Ihr Carsten Somogyi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0W\u00e4hrend des Spanischen-Amerikanischen Krieges, im Jahre 1898, wurde auf der Insel Kuba einer der Gener\u00e4le der Vereinigten Staaten, Garcia, mit seinen Truppen umzingelt. 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